Bakterien sind die dominierenden Organismen im Hévízer See und stehen vermutlich auch mit seiner Heilwirkung in Zusammenhang. Im Wasser kommen zahlreiche Bakteriengruppen vor.
Zu den charakteristischen Cyanobakterien zählen die fadenförmigen Arten Oscillatoria princeps, Oscillatoria tenuis, Oscillatoria jasoruensis, Oscillatoria chlorina sowie Spirulina major. Bemerkenswert ist, dass etwa die Hälfte der vorkommenden Cyanobakterien wärmeliebende stenotherme Arten sind, die nur in einem engen Temperaturbereich gedeihen.
Zwei thermophile Cyanobakterien (Pseudanabaena papillaterminata und Pseudanabaena crassa) sowie die Kieselalge Anomoeoneis serians kommen in Ungarn ausschließlich im Hévízer See vor.
Bedeutende höhere Pflanzenarten
Indische Rote Seerose (Nymphaea rubra var. longiflora)
Die langblütige Varietät der Indischen Roten Seerose wurde 1898 von Sándor Lovassy erfolgreich im Hévízer See angesiedelt. Ihre ursprüngliche Heimat ist das tropische Ostindien.
Im Hévízer See vermehrt sich die Rote Seerose ausschließlich vegetativ. Eine Rhizomknolle lebt etwa sechs Jahre und bildet während dieser Zeit zahlreiche Tochterrhizome. Eine ungestörte Pflanze entwickelt pro Sommer 10 bis 20 Blätter. Die zart zyklamenrosa Blüten mit ihrem an Zedernholz erinnernden Duft ragen fünf bis sieben Zentimeter über die Wasseroberfläche hinaus.
Die Blüten öffnen sich spät in der Nacht und schließen sich am folgenden Vormittag gegen 11 Uhr wieder. Die Blütezeit beginnt in der Regel im Juni, nimmt im Juli zu, erreicht ihren Höhepunkt im August und September und dauert bis Ende November an.
Wie die meisten tropischen Pflanzen reagiert auch die Rote Seerose empfindlich auf Störungen und bevorzugt ein konstantes Klima. Jede einzelne Blüte bleibt etwa drei Tage geöffnet.
Die Rote Seerose steht im Hévízer See unter Naturschutz. Das Pflücken der Blüten sowie jede Beschädigung oder Störung der Pflanzen ist verboten.
In den letzten Jahren wurde im See außerdem eine hellblühende Mutation mit weiß-rosafarbenen Blüten beobachtet.
Weiße Seerose (Nymphaea candida var. minor)
Diese Seerose ist im Hévízer See inzwischen ausgestorben, kommt jedoch im Betriebswasserkanal noch in größeren Beständen vor.
Strandbinse (Schoenoplectus litoralis)
Diese gemeinsam mit dem Schilf am Seeabfluss wachsende Art bildet dichte Bestände. Sie gilt als Reliktpflanze aus dem Tertiär und ist eine potenzielle Art der Roten Liste.
Pannonische Schmalblättrige Esche (Fraxinus angustifolia subsp. pannonica)
Eine für Hartholzauen charakteristische heimische Unterart, die in der Region auch häufig angepflanzt wurde.
Sumpfzypresse (Taxodium distichum)
Die aus Nordamerika stammende Sumpfzypresse ist ein attraktiver Zierbaum mit locker aufgebauter, frischgrüner Krone. Im Bereich des Hévízer Sees bildet sie einen bedeutenden Bestand und säumt zahlreiche Wege.
Neben den heimischen Pflanzen wachsen im Gebiet zahlreiche angepflanzte Ziergehölze sowie spontan eingewanderte oder eingeschleppte Wasserpflanzen.
Besonders bemerkenswert ist die historische Platanenallee entlang der Promenade (Platanus × hispanica), die bereits auf Fotografien vom Beginn des 20. Jahrhunderts zu sehen ist. Aus derselben Zeit stammen auch zahlreiche heute stattliche Altbäume, darunter die Pannonische Schmalblättrige Esche (Fraxinus angustifolia subsp. pannonica), die Sumpfzypresse (Taxodium distichum), der Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides) sowie verschiedene Arten der Gattungen Abies (Tannen) und Picea (Fichten).
Zu den botanischen Besonderheiten des Parks zählen unter anderem die Sumpfzypresse (Taxodium distichum), der Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides), der Ginkgobaum (Ginkgo biloba), die Kalifornische Nusseibe (Torreya californica), der Weihrauchzeder (Calocedrus decurrens), die Atlas-Zeder (Cedrus atlantica), die Harrington-Kopfeibe (Cephalotaxus harringtonii), der Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens), die Hänge-Hainbuche (Carpinus betulus 'Pendula') sowie die Hänge-Buche (Fagus sylvatica 'Pendula').
Auch unter den Sträuchern finden sich zahlreiche seltene und dendrologisch wertvolle Arten, wie die Strauchform des Efeus (Hedera helix 'Arborescens'), die Beales Mahonie (Mahonia bealei), der Harlekin-Losbaum (Clerodendrum trichotomum), die Tulpen-Magnolie (Magnolia × soulangeana) sowie besonders alte und prächtige Exemplare des Japanischen Spindelstrauchs (Euonymus japonicus), des Runzelblättrigen Schneeballs (Viburnum rhytidophyllum) und der Europäischen Eibe (Taxus baccata).